Navigation

Forschung

Didaktik der Informatik (DDI) bezeichnet die wissenschaftliche Disziplin, deren Forschungs-, Lehr- und Entwicklungsgegenstände fach- bzw. domänenspezifische Lern- und Lehrprozesse der Informatik sind.

Forschungsschwerpunkte

Wichtige Forschungsschwerpunkte der Professur für Didaktik der Informatik bilden die folgende Säulen.

Gestaltungsorientierte Unterrichtsforschung

Ziel des Forschungsschwerpunkts ist es, partizipative Wege herauszuarbeiten und zu evaluieren, welche Gestaltungsmöglichkeiten der Informatik für den Einzelnen und in der allgemeinen Wahrnehmung erkennbar machen und Gestaltungsfähigkeiten im Kontext der Allgemeinbildung ausbilden. Gleichzeitig sollen durch die Informatik angestoßene Gestaltungsprozesse erkannt, verstanden und in ihrer Wirkung eingeschätzt werden können, sodass vom Individuum und der Allgemeinheit adäquat auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert werden kann. Die Forderungen führen zu einer wissenschaftstheoretisch zu fundierenden gesellschaftlichen Perspektive der Informatik, die den Menschen als unmittelbaren Ausgangs- und Endpunkt ihrer Betrachtungen begreift (im Gegenteil zu Sichtweisen, die sich z. B. auf den technisch-formalen Teil der Informatik konzentrieren). Entwickelte Unterrichtskonzepte und zugrunde liegende Fragestellungen sind im Sinne der empirischen Unterrichtsforschung zu untersuchen und auszuwerten. Teilprojekte umfassen Physical Computing im Unterricht, Robotik sowie Projektunterricht mit agilen Methoden.

Digitale Lehr-Lern-Medien: Entwicklung, Einsatz und Evaluation

Traditionell ist die Erforschung digitaler Lehr-Lernmedien und die Entwicklung und Erprobung zielgruppenadäquater Unterrichtsszenarien im Umfeld der Didaktik der Informatik angesiedelt, da sie nicht nur Lernmedium sondern auch Lerngegenstand darstellen. Der Einsatz digitaler Medien ohne fachdidaktisch erforschten Unterbau hat sich regelmäßig als problematisch erwiesen. Ziel der Forschung zu digitalen Lehr-Lernmedien sind evaluierte Konzepte und Techniken zur interaktiven Unterrichtsgestaltung, u. a. mit interaktiven Tafeln, Tablets und Tischen z. B. hinsichtlich deren Potential zur Bewältigung der neuen Anforderungen durch Inklusion.

Hochschuldidaktik Informatik/ Outcome-Orientierung

Die Orientierung am Outcome eines Lernprozesses stellt einen wichtigen Pfeiler einer kompetenzorientierten Informatiklehre dar. In der Praxis fällt auf, dass nur wenige fachdidaktische Diskussionsergebnisse darüber vorliegen, welche Kompetenzen ein Student des Lehramts Informatik zum Abschluss seines Studiums benötigt. Im Forschungsschwerpunkt wird die Outcome-orientierte Ausrichtung der Informatiklehre unter Berücksichtigung der Theorie des Constructive Alignment konzipiert und untersucht. Es ist zu erwarten, dass insbesondere Lehramtsstudenten von den im eigenen Lernprozess erworbenen Erfahrungen im Umgang mit Kompetenzen profitieren, indem sie erleben, wie diese formuliert, erarbeitet und geprüft werden. Erste Projektergebnisse zeigen, dass dieses selbst erfahrene, kompetenzorientierte Lernen in besonderer Weise dazu befähigt, als Lehrer in der Schule Lernprozesse kompetenzorientiert zu planen, zu initiieren und damit die Bildungsstandards der KMK umzusetzen.